A.J.Triskel

Geschichten aus der BDSM-Welt

Pfad der Dominanz


  Inhaltsangabe

 

Jennifer wird von ihren streng gläubigen Eltern als Jungfrau in die Ehe gedrängt. Der eheliche Sex beschränkt sich auf Quickies in Missionarsstellung, bei denen sie weitestgehend unbefriedigt bleibt. Unter dem Vorwand, eine Firma zu leiten, zieht sich ihr Mann immer mehr aus dem Eheleben zurück und betrachtet Jennifer nur noch als Status Symbol, das er auf Geschäftsfeiern vorführt. Gerüchten von Seitensprüngen schenkt sie aus Angst, ihren goldenen Käfig zu verlieren und ihre Eltern zu enttäuschen, keinen Glauben. Nach 15 Jahren Ehe erhält sie den Beweis für die Gerüchte und lernt kurz darauf René kennen. Sie lässt sich auf eine Affäre mit dem erfahrenen Dom ein. Dabei zeigt er ihr, wie viel Spaß das Leben und Sex machen können. Nachdem sie sich ineinander verliebt haben, wird sie seine Sklavin. Er schickt sie auf eine Reise durch die BDSM Welt, damit sie ihre wahren Neigungen erkennt, die unentdeckt in ihr schlummern. Nachdem sie diese entdeckt und akzeptiert hat, trifft sie eine Entscheidung ... 


Die Geschichte wird aus 2 Perspektiven erzählt. Um es dem Leser zu vereinfachen, befindet sich über jedem Absatz das Zeichen für Mann (René) oder Frau (Jennifer).

 
   Jeder Mann weiß, dass eine Frau alleine die Tür öffnen, 

sich alleine den Mantel anziehen und 

sogar alleine das Glas auffüllen kann, 

aber dass es wertschätzender ist, wenn Mann es tut. 


Leider lehnen viele Frauen genau diese Höflichkeiten 

aus emanzipatorischen Gründen ab. 

 


   1.  Der Fremde

 
  Jennifer sitzt in dem neuen Einkaufszentrum der Nachbarstadt gemütlich bei einem Latte Macchiato, ihre Einkaufstüten stehen neben ihr. Sie hat in fast jeder Boutique des Zentrums Beute gemacht. Ja, finanziell geht es ihr wirklich gut. Aber ihr Leben ist eintönig und sexuell muss sie selber Hand anlegen, um befriedigt zu werden. Es gibt Gerüchte, dass ihr Mann sich lieber mit den jungen Dingern in seiner Firma vergnügt! Junge Dinger? Bin ich mit dreiunddreißig etwa alt und unattraktiv? Als 18-jährige Jungfrau wurde sie von ihren religiösen Eltern in die Ehe gedrängt. Daher fehlt ihr jeder Vergleich, um beurteilen zu können, ob es normal ist, dass eine Ehe sich so entwickelt. Andere Frauen, die sie auf Empfängen ihres Mannes trifft, sprechen nie über dieses Thema. Dort sind die Gesprächsthemen ihre neusten Reisen, Anschaffungen, Wellnesshotels oder gar Schönheitsoperationen. Manchmal auch der neuste knackige Angestellte ihrer Männer. Ihr Blick schweift zu einem Dessous-Laden und lässt umgehend ihren Atem stocken. Ihr Mann verlässt das Geschäft gerade mit einer vielleicht 18-jährigen Blondine, die stolz ein Tütchen des Geschäftes in der Hand baumeln lässt und sich an ihn kuschelt. Dieser Hurenbock, und was erlaubt sich diese Schlampe. Beide sind so mit sich beschäftigt, dass sie Jennifer nicht bemerken.

 
 Frisch geduscht verlässt René nach 90 Minuten Training das Fitnessstudio. Es liegt direkt neben dem neuen Einkaufszentrum. Die vielen Cafés dort bieten sich geradezu an, nach dem Training zu chillen und nach Beute Ausschau zu halten. René ist ein Dom und seinem Beuteschema entsprechen devote Frauen. Eine Erbschaft und etwas Glück an der Börse ermöglichen ihm ein sorgenfreies Leben und viel Zeit zur »Jagd«. Er wirft die Sporttasche in den Kofferraum seines Autos und geht hinüber zum Einkaufszentrum. Nachdem er es durch die Drehtür betreten hat, geht er direkt zu den Rolltreppen, um in die erste Etage zu kommen, wo sich die Cafés befinden. Kaum hat er das Ende der Rolltreppe erreicht, fällt ihm eine Frau sofort ins Auge. Umgeben von einer Unzahl an Einkaufstaschen sitzt sie alleine an einem Caféhaustisch. Die Label fast jeder hier ansässigen Boutiquen prangen auf den Tüten. Ein fast sicheres Zeichen für das Frauchen eines Besserverdieners, der ihr nicht viel Zeit widmet und das sie mit seiner Kreditkarte kompensiert. Auf den ersten ungeübten Blick eher ein unscheinbares Äußeres. Doch wenn man genauer hinschaut, ein hübsches Gesicht und eine sehr ansprechende Figur. Mit einer anderen Frisur, einem leichten Make-up und mutigerem Outfit würde sich dieses Mauerblümchen in eine sehr attraktive Frau verwandeln. Gedankenverloren nippt sie an ihrem Latte Macchiato. Doch plötzlich spannt sich jeder Muskel ihres Körpers an, als wollte sie aufspringen. Ihre Teintfarbe wandelt sich in hochrot. René schaut in die gleiche Richtung wie die Frau und sieht einen Mann in seinem Alter mit einem sehr jungen und hübschen Blondchen einen Dessous-Laden verlassen. Als René wieder zu der Frau schaut, sieht er, wie ihr Teint verblasst und sie jede Körperspannung verliert. Jede Wette, dass er ihr Ehemann ist.

 
 Nachdem die beiden außer Sicht sind, kommt nach der Wut die Enttäuschung in ihr auf. Selbstzweifel nagen an ihr. Bin ich schon ein Ladenhüter, den keiner mehr will? Mit so perfekt aussehenden jungen Frauen kann ich doch nicht konkurrieren. Habe ich nichts mehr von meinem Leben zu erwarten? Ob die Männer der anderen Frauen auf diesen Empfängen auch so schamlos ihre Frauen betrügen? Sie schließt die Augen.    „Guten Tag schöne Frau. Wie heißen Sie?“, hört sie eine feste und autoritäre Stimme sagen. Vor ihr steht ein Mann etwa Mitte vierzig, und seine durchtrainierten 190 cm stecken in legerer Kleidung. Der Stoff sieht zu teuer aus und sitzt zu gut, um von der Stange zu sein. Sie versinkt in seinen braunen Augen, die sie offen anlächeln. Nichts an ihm sieht gekünstelt aus. Sie fühlt sich auf einmal wie ein kleines Mädchen, das von einem Erwachsenen angesprochen wird und antwortet ohne nach-zudenken.   „Jennifer.“ Ist das ein Traum? Ihr Körper wird wechselseitig durchströmt von warmen und kalten Gefühlswellen, die die zarten Härchen auf ihrer Haut mit einem Kribbeln aufrichten. Was für ein schöner Traum oder ist das etwa real?   Mit einem „Ich darf doch …?“ setzt er sich ihr gegenüber an den Tisch. Ist es plötzlich wärmer geworden? Er winkt den Kellner herbei und bestellt. Mit jeder seiner Handlungen fühlt sich Jennifer jünger werden und hört schon die Stimme ihrer Mutter sagen: „Lauf weg Kind, wenn ein fremder Mann dich anspricht“.    Aber sie will nicht weglaufen. Sie spürt das Verlangen, dass er sie mit Bonbons in sein Auto lockt. „Wenn das gerade ihr Mann war, mit dem Kind am Arm, ist er ein Idiot. Wo er doch eine so attraktive Frau zu Hause hat.“ Ich attraktiv? Meint er das ernst oder hat er seine Brille vergessen? Mein Mann hat ja gerade bewiesen, wie attraktiv er mich findet. Aber können diese Augen lügen?

 
 René muss schmunzeln, als er sieht, wie sich ihr blasser Teint in ein Verlegenheitsrot verwandelt. Ist wohl lange her, dass ihr jemand Komplimente gemacht hat. Wie dumm ihr Mann sein muss. Er weiß anscheinend gar nicht, was er da hat. René kennt solche Männer zur Genüge. Sie sind aufmerksam und charmant, bis sie das Objekt der Begierde erobert haben und dann verlieren sie das Interesse und suchen sich ein neues Ziel. Diese Männer jagen um der Jagd willen und haben eigentlich kein tieferes Interesse an der Frau. Sie wollen nur ihre eigenen Bedürfnisse befriedigen und nehmen nicht einmal die der anderen wahr. René ist da ganz anders; er jagt, um dann mit der Beute spielen zu können. Doch nur wenn seine Eroberung Spaß an dem Spiel hat, befriedigt es auch seine Bedürfnisse. Das erst macht wirklich den Reiz des Spiels aus. Es erfordert aber sehr viel Empathie, dass man die Wünsche der Frau lesen kann.   Seine neuste Beute braucht das Gefühl, begehrenswert zu sein. Ein Bedürfnis, das einfach zu erfüllen sein wird, denn er hat hier einen Rohdiamanten vor sich, der nur von einem Fachmann richtig geschliffen werden muss; und René ist so ein Fachmann. Der Kellner kommt mit den Getränken an den Tisch und stellt auf ein Zeichen Renés den Prosecco zu Jennifer, ein Bitterlemon vor René und entfernt sich wieder.

 
 Als der Kellner das Glas Prosecco vor Jennifer auf den Tisch stellt, überlegt sie kurz zu protestieren, aber René strahlt eine Souveränität aus, als würde er die ganze Welt kontrollieren. Wie ein kleines Mädchen einen Zauberer, schaut sie ihn aus verträumten Augen an und jeder Gedanke an Protest löst sich in Luft auf. Nach einem Schluck des prickelnden Getränks fragt sie ihn, was er beruflich macht. Er erzählt etwas von einer Erbschaft und Aktien. O. K. Schon mal kein Krimineller. Seine warme, tiefe Stimme versetzt sie in eine Art Trance und so folgt sie weniger dem Inhalt seiner weiteren Worte als dem Klang. Träumend nippt sie an ihrem Prosecco und die Zeit verfliegt, ohne dass sie merkt, wie er sein Glas leert. Er zahlt die Getränke und steht auf.    Sie wird aus ihren Träumen gerissen, als er mit den Worten „Nehmen Sie sich, was er Ihnen nicht gibt.“ eine Karte auf den Tisch legt. Er verabschiedet sich, was sie in die Gegenwart zurückkehren lässt. Schon fragt sie sich, ob sie einen Tagtraum hatte, da fällt ihr Blick auf die leere Karte. Sie wendet sie und liest: „Betreten Sie das Abenteuerland.“ Darunter eine Handynummer. Während sie die Karte in der Innentasche ihrer Handtasche versteckt, wird sie rot, so als würde sie etwas Verbotenes tun. Warum stecke ich die Karte eigentlich ein, habe ich etwa wirklich vor, dort anzurufen? Schließlich bricht sie auf, um nach Hause zu fahren. Gerade hat sie die Einkaufstüten in ihrem roten Z4 untergebracht und selber darin Platz genommen, ruft ihr Mann an. Er würde später kommen – wegen Überstunden! Ha. Ha. HaSo nennt man(n) das also. Wut steigt in ihr auf, denn sie weiß, wie diese Überstunden aussehen werden. Blond!!!

 
 René verlässt das Einkaufszentrum und steigt in sein Auto. Eine dunkelblaue Lotus-Elise, die er, wann immer das Wetter es erlaubt, offen fährt. Eine halbe Stunde später fährt er bei einem edlen Restaurant am Stadtrand vor. Er ist dort Stammgast, weshalb er entsprechend empfangen und zu seinem Tisch geführt wird. Nachdem er bestellt hat, lehnt er sich zurück und schließt die Augen. Seine Gedanken kreisen um seine neue Bekanntschaft. Er ist sicher, dass sie anrufen wird. Doch es würde ihn überraschen, wenn es heute noch passierte. Diese Frau handelt nicht so impulsiv. Sie wird eine solche Entscheidung ein oder zwei Tage überschlafen. Doch René weiß, der Samen der Neugierde ist gesät und gedeiht nun in ihr.

 

 Zu Hause angekommen packt Jennifer die Einkaufstüten aus. Jedes Teil probiert sie vor dem Spiegel noch einmal an und fragt sich, warum ihr Mann es nötig hat, sich mit dieser Art Kindern zu vergnügen. Habe ich so wenig zu bieten? Sie blickt im Spiegel ihre Brüste an. 75-C und immer noch fest wie am Tag der Hochzeit. Ist ihm das nicht genug? Nachdem sie alles in ihren Schränken verstaut hat, schaut sie sich lustlos einen Film an. Aber ihre Gedanken wandern zwischen diesem Fremden und dem Blondchen am Arm ihres Mannes hin und her. Der Film ist schon weit fortgeschritten, doch sie hat nichts davon wahrgenommen. Deshalb schaltet sie den Fernseher aus und geht ins Bett. Immer noch jagen ihre Gedanken dem Fremden hinterher. So abgelenkt, bemerkt sie erst, als sie schwerer atmet, dass sich ihre Hand zwischen ihren Beinen befindet. Sekunden nachdem sie ihre Lust hinausgestöhnt hat, hört sie, wie die Tür aufgeschlossen wird. Die Röte der Verlegenheit steigt sofort in ihren Kopf. So darf er mich nicht sehen. Schnell dreht sie sich auf die Seite und stellt sich schlafend. Ihr Mann fällt wie erhofft auf das Schauspiel herein und mit ihren Gedanken bei dem Fremden schläft Jennifer lächelnd ein.

Früher als gewohnt, noch vor ihrem Mann, wacht sie am Morgen auf. Leise schleicht sie aus dem Schlafzimmer und setzt sich mit einer Tasse Kaffee auf die Terrasse. Kaum hat sie die Augen geschlossen, um die Stille zu genießen, erobert der Fremde wieder ihre Gedanken und ein Kribbeln bemächtigt sich ihres Unterleibes. Was hat dieser Fremde nur mit mir angestellt? Da hört sie die Stimme ihres Mannes fragen, warum sie schon auf sei. Zitternd setzt sie die Tasse ab. Erschrocken, als hätte man sie beim Klauen erwischt, will sie sich eine Ausrede einfallen lassen. Aber er ist schon wieder im Haus und kommt kurz darauf mit einem eigenen Kaffee zurück. Seine Frage war wohl nur rhetorisch, denn er scheint keine Antwort zu erwarten. Sie atmet leise gleichwohl erleichtert auf, als sie es merkt. Beiläufig erwähnt er, dass er über das Wochenende für die Firma wegmuss und wahrscheinlich erst Sonntagabend zurück sein wird. Erst liegt ihr eine bissige Antwort auf den Lippen. – Jetzt versteht sie diese vielen Geschäftsreisen an den Wochenenden, dann erinnert sie sich an die Karte in ihrer Handtasche. Ja. Ich muss am Wochenende auch weg. Ein delikates Lächeln, das ihrem Mann entgeht, legt sich auf ihre Züge.

 

 Zur gleichen Zeit verlässt René die Dusche, die er sich nach einer Stunde Jogging verdient hatte. Vor einem großen Spiegel trocknet er sich ab und betrachtet dabei stolz seinen durchtrainierten Körper. Er rasiert sich, zieht sich einen Bademantel über und verlässt das Bad in Richtung Küche, um sich ein Frühstück zuzubereiten. Die Kanne mit dem mittlerweile aufgebrühten Kaffee stellt er auf das Tablett, wo Brot, Butter, Wurst und Käse schon warten und trägt alles auf die Terrasse. Während er sich das Frühstück schmecken lässt, geniest er von seinem Sitzplatz auf der Terrasse seines Penthouse den Blick über die Stadt. Es vermittelt ihm ein Gefühl der Kontrolle. Zum Abschluss des Frühstücks füllt er seine Kaffeetasse nach und vertieft sich in die Wirtschaftsnachrichten einer Tageszeitung. So sehr ist er darauf konzentriert, dass er aufschreckt, als sein Handy klingelt. Er legt die Zeitung beiseite und sieht, wie sein Handy über den Tisch tanzt, als es zum zweiten Mal klingelt. Er langt über den Tisch und ergreift das Gerät. Der Blick auf das Display verrät ihm lediglich, dass es sich um eine unbekannte Nummer handelt. Doch es gibt nur eine Person, deren Telefonnummer er nicht gespeichert hat und die gleichzeitig seine Nummer kennt. Er lächelt und legt seinen Finger auf die Taste mit dem grünen Telefonhörer. Da klingelt es zum dritten Mal.

 

 Nachdem Jennifers Mann an diesem Freitagmorgen das Haus verlassen hat, bereitet sie sich ein gemütiches Wannenbad mit ihrem Lieblingsschaum vor. Mit einer gekühlten Flasche Sekt und Kerzen, sowie ihrem Handy und der Visitenkarte begibt sie sich ins Bad. Der Schaum löst sich schon langsam auf, als sie sich genug Mut angetrunken hat. Sie greift nach dem Handy und der Karte. Langsam und nach jeder Ziffer eine Atempause einlegend, tippt Jennifer die Nummer ein. Nun nur noch auf den Verbindungsknopf drücken. Was sage ich bloß? Vielleicht gibt es die Nummer ja gar nicht.Das erste Freizeichen ertönt. Die Nummer ist also kein Fake! Ihre Nervosität steigt weiter an. Das zweite Freizeichen ertönt. Er hat mich bestimmt schon wieder vergessen und ist gerade mit einer anderen Frau zusammen.Beim dritten Freizeichen will sie schon auflegen, da meldet sich die Stimme des Fremden mit den Worten „Freut mich, Jennifer, dass Sie den Mut gefunden haben.“ Wieso weiß er, dass ich es binAber wer die Welt kontrolliert, wie er, weiß natürlich auch, wer ihn anruft. Ohne es selber zu merken, verwandelt sie sich wieder in das kleine Mädchen, das staunend dem Zauberer zuschaut. Unsicher fragt sie, was mit Abenteuerland gemeint sei. Sie kann sein Lächeln spüren, als er antwortet: „Zu einem Abenteuer gehört doch auch eine Überraschung. Aber ich verspreche Ihnen, es wird ein ganz neues Erlebnis für Sie! Nichts wird geschehen, was Sie nicht wollen.“ Woher will er wissen, was ich will oder nicht? Aber inzwischen glaubt Jennifer fest daran, dass er es weiß. Also antwortet sie, was sie denn machen müsste. „Erst einmal sollten wir uns besser kennenlernen. Haben sie heute Abend schon etwas vor? Ich kenne da ein sehr gutes Restaurant, das Bergblick, in das ich Sie einladen möchte.“ Jennifer fühlt sich zwar etwas überrumpelt, aber nach kurzem Überlegen sagt sie schließlich: „Ja, gerne.“ Oh mein Gott, was tue ich da. Muss erst ein Fremder kommen, damit ich in diesen kulinarischen Tempel ausgeführt werde? In Gedanken sieht sie ihre Eltern, die sie mit den Worten „Du untreue Nutte“ in den Beichtstuhl schleifen.„Dann bis heute Abend um 20 Uhr. Ich freue mich schon auf Sie.“
Sie friert. Erst denkt sie, die Gedanken an ihre Eltern sind der Grund. Dann fällt ihr erleichtert auf, dass das Wasser inzwischen kalt geworden ist. Schnell steigt sie aus der Wanne, trocknet sich ab und zieht einen Bademantel über. Anschließend setzt sie sich auf die Terrasse, schließt die Augen und ihre Gedanken lassen sie einen Film sehen, dessen Handlung, wie sie hofft, in ein paar Stunden Wirklichkeit werden wird.


 Nachdem René das Telefon aus der Hand gelegt hat, lächelt er zufrieden. Habe ich sie doch richtig eingeschätzt. Jetzt wo sie weiß, dass ihr Mann sie betrügt, kann sie es gar nicht mehr erwarten, aus ihrem goldenen Käfig auszubrechen. Ich muss nur die Spannung aufrechterhalten, dann wird sie mir folgen, wie eine Verdurstende einem Glas Wasser. Er ruft in seinem Stammrestaurant an und reserviert für den Abend seinen Tisch für zwei Personen. Danach liest er die Zeitung zu Ende und legt sie beiseite. Er räumt alles auf das Tablett, bringt es in die Küche und stellt das Geschirr in den Geschirrspüler. Anschließend geht er ins Wohnzimmer, startet den CD-Player und nimmt in einem Sessel Platz. Diese Wohnung ist sein Rückzugsort. Nur seine engsten Freunde wissen davon und waren hier schon zu Besuch. Doch noch nie hat er eine seiner Frauen hierhergebracht, und das soll auch so bleiben. Am frühen Nachmittag begibt er sich in das Ankleidezimmer, wählt seine Kleidung mit Bedacht und zieht sich an. Zufrieden mit seiner Auswahl, holt er eine Tasche aus einem Schrank und legt dort Kleidung zum Wechseln hinein. Mit der Tasche in der Hand betritt er den Fahrstuhl und fährt in die Tiefgarage. Noch fünf Stunden, bis er Jennifer treffen wird. Doch sein Magen meldet sich und so fährt er zu einer Salatbar, um den schlimmsten Hunger zu stillen. Während er seinen Salat verzehrt, schmiedet er einen Schlachtplan für den Abend. Alles hängt von der richtigen Balance zwischen führen und verführen ab. Er kennt Männer wie ihren Ehemann genau, vor allem was sie im Umgang mit ihren Frauen falsch machen. Jennifer muss nach Aufmerksamkeit und Komplimenten hungern, wie nach einer langen Fastenzeit. Er muss sie heute Abend nicht nur in den Mittelpunkt stellen, sondern ihr überhaupt das Gefühl geben, sie wäre für ihn die einzige Frau im Universum.

 

 Am Nachmittag steht Jennifer vor ihren Kleiderschränken. Sie fühlt sich wieder wie ein Teenager. Schließlich hatte sie seit damals keine Dates mehr und auch seinerzeit waren diese wegen ihrer Eltern sehr selten. Mehrmals legt sie Kleidung, für die sie sich entschieden hat, auf das Bett, um sie dann mit dem Gedanken: „..., zu gewagt, zu spröde, zu leger, zu …“ wieder zurück in den Schrank zu hängen. Schließlich findet sie doch noch das Richtige. Ein ärmelloses cyanblaues Abendkleid, das zwar ihre Figur betont, aber Brüste und Knie bedecken. Dazu einen bordeauxfarbenen Schal und dunkelblaue Stiefeletten. Nun steht sie vor dem Spiegel und hat beim Schminken das gleiche Problem, wie bei der Auswahl der Kleidung: „..., zu grell, zu bunt, zu wenig, zu viel, …“. Doch gefühlt Tage später steigt sie dezent geschminkt und schick gekleidet in ihr Auto.

 

 Um 19:15 Uhr fährt René am dem Restaurant vor. Er überlässt sein Auto dem Parkservice und begibt sich am Empfang vorbei in die Lounge. In bequemen Sesseln sitzen mehrere Männer, die Zigarren rauchen, Hochprozentiges trinken oder beidem frönen. René bestellt sich einen Cognac und setzt sich in einen der Sessel, der ihm den Blick auf den Eingang und den Empfang gewährt. Er wirft einen Blick auf die ausliegenden Speisekarten. Sein Hauptaugenmerk gilt den drei täglich wechselnden mehrgängigen Menüs, denn den Rest der Karte kennt er auswendig. Schließlich ist er sich sicher, das Menü gefunden zu haben, das Jennifers Geschmack treffen wird. Als sie den Empfang betritt, hätte er sie fast nicht wiedererkannt. Nur die biedere Frisur hebt sie von den anderen Frauen ab, wie ein Rabe unter Pfauen. Das werden wir schon noch ändern, aber eines nach dem anderen. René erhebt sich und geht zum Empfang.


 Jennifer hatte von dem Restaurant zwar schon gehört, doch noch nie hatte ihr Mann sie dorthin ausgeführt. Dabei könnten sie es sich leisten. Bestimmt hat er Angst, erkannt zu werden, weil er ständig seine Häschen dorthin ausführt, um sie zu beeindrucken. Sie fährt vor dem Restaurant vor und erlebt die erste Überraschung. Ein Mann in einer scharlachroten Livree empfängt sie mit den Worten: „Darf ich Ihr Auto parken?“ Verlegen antwortet sie: „Das wäre nett.“ Fragt er jeden oder nur Frauen, weil er glaubt, wir könnten nicht einparken? Er öffnet die Tür und reicht ihr die Hand, um ihr aus dem Fahrzeug zu helfen. Ein zweiter Livrierter erscheint und begleitet sie zum Empfang des Restaurants.Als sie diesen betritt, bekommt sie noch größere Augen. War sie erst nur nervös wegen des Dates, so ist sie jetzt auch noch eingeschüchtert und überwältigt! Alles sieht so prunkvoll aus, dass es ihr vorkommt, wie beim Empfang am Königshof. Teure Teppiche, Gemälde und Skulpturen vermitteln sofort ein Gefühl von Prunk und Reichtum. In der Lounge neben dem Empfang erkennt sie, wie ihr geheimnisvoller Fremder auf sie zukommt. Er begrüßt sie, als würden sie sich seit Jahren gut kennen. Ein weitere livrierter Mitarbeiter tritt heran und fragt: „Darf ich Sie zu ihrem Tisch führen?“ Jennifer kommt sich vor wie in einem Märchen, während sie an einem geschmackvoll dekorierten Tisch ihrem geheimnisvollen Prinzen gegenüber Platz nimmt. Sie liest einige Zeit in der Karte, doch sie kann sich nicht entscheiden. Da stehen ja keine Preise neben den Gerichten. Sollen einem wohl nicht den Appetit verderben? Als der Ober kommt, bestellt René für sie mit. Was fällt ihm ein, für mich zu bestellen? Aber wenn ich jetzt was sage, muss ich mich entscheiden und irgendwie finde ich es befreiend, wenn ein anderer mir solche Entscheidungen abnimmt.

 

 René muss sich die Hand vor den Mund halten, damit Jennifer sein Schmunzeln nicht sieht, als er sie plan- und ziellos durch die Speisekarte blättern sieht. Aus dem Augenwinkel sieht er den Ober, wie der sich ihrem Tisch nähert. Nun werden wir sehen, ob sie bereit ist, sich führen zu lassen! Im Café war sie kurz davor zu protestieren. Entweder gibt sie jetzt Kontra oder ich habe sie so weit, dass sie sich von mir führen lässt. Der Ober tritt an den Tisch, stellt eine Schale mit französischem Brot und drei kleine Schälchen mit verschiedenen Crèmes auf den Tisch. Er füllt zwei der Gläser auf dem Tisch mit Wasser und fragt: „Haben sich die Herrschaften schon entschieden?“ René antwortet: „Zweimal das dritte Tagesmenü, bitte.“ „Sehr gerne. Eine gute Wahl.“ erwidert der Ober und entfernt sich wieder. Aus den Augenwinkeln hat René auf Jennifers Reaktion geachtet. Zuerst erkennt er wieder die Erwägung eines Protestes, doch sofort schlägt es um, zu einem „Wie angenehm, dass er mir diese Entscheidung abnimmt.“ Der Fisch ist am Haken. Jetzt nur noch vorsichtig die Leine einholen.

 

 Mit jedem Gang hat sie das Gefühl, eine Königin zu sein, so vornehm benehmen sich die Ober in ihren schmucken Livrees, und das Essen ist wohl das beste, was sie je genießen durfte. Ihr Fremder ist charmant wie erwartet. Zwischen den Gängen dieses exquisiten Menüs unterhalten sie sich über Gott und die Welt. Immer mehr kommt es ihr vor, ihn schon ewig zu kennen. Sind doch nicht alle Männer so oberflächlich wie mein Mann? Zu jedem von ihr angeschnitten Thema, kann er sich sehr niveauvoll unterhalten, was sie ungemein beeindruckt.


 René ist froh über seine gute Allgemeinbildung. Vor allem bei Themen wie Kunst und Prominenz hält er sich ständig auf dem Laufenden, weil viele Frauen mindestens für eines dieser beiden Gebiete großes Interesse haben. Bei Kunst fällt es ihm leicht, denn auch René besucht gerne Museen und die Oper. Doch welcher König gerade seine Frau geschwängert oder welcher Promi mit wem eine Affäre hat, ist ihm eigentlich egal. Trotzdem hält er seinen Wissensstand immer aktuell und auch heute zahlt es sich aus. Die Breite der Spektren, die Jennifer anschneidet, überrascht ihn. Sie mag zwar in vielen Dingen naiv sein, dumm ist sie aber auf keinen Fall. Dass Jennifer die Gesprächsakzente setzt, macht es ihm leicht, ihre Interessen herauszufinden. Es erweckt den Eindruck, sie ist froh, mal mit jemandem über alles, was sie interessiert zu reden. Hat sie denn keine beste Freundin? Jede Information speichert er in seinem Gedächtnis ab, denn sie könnte später mal wichtig sein. Inzwischen serviert der Ober zum Ende des Menüs eine Käseplatte. Ein runder Abschluss nach dem Sorbet als Dessert. Der dazu servierte Champagner bringt Jennifer genau in die richtige Stimmung. René spürt, dass Jennifer fast bereit ist, sich auf ein Abenteuer einzulassen. Er signalisiert dem Ober, dass er zahlen möchte, worauf dieser wenig später an den Tisch tritt. Als Stammgast unterschreibt er nur die Rechnung und fügt ein Trinkgeld hinzu. Das Geld wird ihm das Restaurant später vom Konto abbuchen.   „Möchten Sie noch etwas spazieren gehen?“, fragt er Jennifer, die antwortet: „Sehr gerne.“ Sie erheben sich vom Tisch und verlassen das Restaurant.  

 

 Wer ist dieser Mann, dass er nur mit seiner Unterschrift auf der Rechnung bezahlen kann? Nachdem sie gemeinsam das Restaurant verlassen haben, wird Jennifer von René in Richtung des angrenzenden Parks geführt, weg von den Parkplätzen. Trotz der späten Stunde ist es angenehm warm. Während beide im Mondschein durch den Park spazieren, fängt sie an, von ihrem Mann zu erzählen und wie unzufrieden sie mit ihrem Leben ist. War er im Restaurant noch ein guter Gesprächspartner, ist er jetzt ein noch besserer Zuhörer. Immer wieder legt sie ihren Kopf an seinem Arm an, um ihn jedes Mal, wenn es ihr auffällt, wieder zurückzuziehen. Nachdem sie sich alles von der Seele geredet hat, nimmt er sie fest in die Arme. Noch nie in ihrem Leben hat sie sich so geborgen gefühlt. Wo war er nur vor fünfzehn Jahren? Sie blickt auf und schaut direkt in seine Augen. Dann schließt sie ihre und öffnet leicht ihren Mund. Während seine Zunge ihre Lippen streichelt, legt sie ihre Hände in seinen Nacken. Als er in ihren Mund eindringt, ist sie einer Ohnmacht nahe. So hat sie noch nie jemand geküsst. Jennifer ist sich nicht sicher, ob es jetzt der Kuss oder das Verhalten ihres untreuen Mannes ist, aber sie hat den Punkt erreicht, wo sie bereit ist, auch den letzten Schritt zu machen. In Jennifers Gedanken erscheinen ihre Eltern „Hure, Hure!“ schreiend. Doch sie antwortet ihnen: „Und was ist mein Mann?“


 Jennifers Hand in der seinen fühlt sich weich und warm an. René hat das Gefühl, sie sucht Halt, um den Mut zu behalten, ihre Seele auszuschütten. Alles, was er schon über ihre Ehe vermutet hatte, bestätigt sie beim Spaziergang durch den Park. Eigentlich ist es sogar noch schlimmer als er glaubte.    Ihr Leben ist etwa so aufregend, wie ein Film über das Paarungsverhalten von Nacktschnecken, den man sich zu hundertsten Mal anschaut. Ihre sexuelle Erfahrung beschränkt sich darauf, dass ihr Mann sich in Missionarsstellung an ihr befriedigt und Selbstbefriedigung. Die materielle Sicherheit ist der Käfig, der sie gefangen hält. Doch jetzt rüttelt sie an diesem Käfig, um den Film nicht weiter anschauen zu müssen. Sie will wissen, ob es auch noch andere, bessere Filme gibt. Jedes Mal, wenn sie ihn zu Wort kommen lässt, legt sie ihren Kopf an seinen Arm, zieht ihn aber wieder zurück, wenn sie weiterspricht. Dann spürt René, dass Jennifer kurz davor steht zu weinen. Er bleibt stehen und zieht sie in seine Arme. Seine Hände drücken Jennifers Kopf fest an seine Brust. In Gedanken zählt er bis zehn; schließlich ist er sich sicher, dass ihre Tränen den Rückzug angetreten haben. Er löst seine Arme so weit, dass Jennifer zu ihm aufsehen kann. Wenige Sekunden schauen sie sich in die Augen, dann schließt sie ihre wieder und öffnet leicht den Mund. Langsam nähert er sich mit seinem Mund ihren Lippen und streichelt mit der Zunge über ihre Lippen. Er knabbert an ihrer Unterlippe, bis ihre Zunge erwartungsvoll seine Lippen berührt. Als er seine Lippen auf ihre legt und mit seiner Zunge in sie eindringt, empfängt ihre Zunge seine erwartungsvoll. Die Tür ihres Käfigs ist geöffnet. Wird sie jetzt auch den Mut haben hinauszufliegen? Eine gefühlte Ewigkeit später trennen sich ihre Lippen und Jennifer öffnet die Augen. Sie lächelt René an und zieht sich an ihm hoch. Als ihr Mund ganz nah an seinem Ohr ist, flüstert sie: „Lass mich heute Nacht nicht alleine.“ Sie blicken sich an und er gibt ihr mit seinem Blick und einem Lächeln die Antwort: „Auf keinem Fall.“  

 

 Glücklich lehnt Jennifer ihren Kopf an René. Er legt seinen Arm um ihre Schulter und sie gehen zusammen zurück zum Restaurant, wo der Parkservice ihnen ihre Autos bringt. Jennifer haucht ihm zu: „Folge mir“ und steigt in ihr Auto. Den ganzen Weg nach Hause lässt sie den Rückspiegel nicht aus den Augen. Ein flaues Gefühl macht sich in ihr Bauch breit. Es ist Angst. Wovor habe ich Angst? Dass er mir folgt und was dann passieren wird oder dass er abbiegt und verschwindet? Dann sieht sie vor ihrem inneren Auge ihren Mann mit dem Blondchen und weiß: Sie hat Angst, dass er abbiegt und verschwindet! Zu Hause angekommen ist sie so nervös, dass sie drei Versuche braucht, die Haustür aufzuschließen. Endlich öffnet sich die Tür doch noch und sie stürmt ins Haus.


 René folgt ihr langsam, weiß er doch, es gehört zum Spiel, ihre Leine jetzt lang zu lassen. Der Punkt, an dem er die Führung wieder übernimmt, wird schnell genug kommen. Er folgt dem Licht und betritt die Küche. Jennifer schließt gerade den Kühlschrank, eine Flasche Sekt in der Hand. Schmunzelnd geht sie in das nächste Zimmer. René folgt ihr; es scheint das Esszimmer zu sein. Jennifer steht an einem geöffneten Kühlschrank und füllt Eiswürfel in einen Kühler mit der Sektflasche. Sie stellt den Kühler neben zwei Sektgläser auf den Tisch und verschwindet kichernd im dunklen Durchgang zu einem Nachbarzimmer. Ja, so liebt René das Spiel. Er ist der Jäger und die Gejagte kann es gar nicht erwarten, vom Jäger gestellt zu werden. Grinsend ergreift er den Sektkühler und die Gläser und folgt Jennifer ins Dunkel. Als er in das Schlafzimmer am Ende des Gangs kommt, legt Jennifer gerade ihren Schal auf dem Nachttisch ab. René stellt Kühler und Gläser auf eine Kommode.

 

 Jennifer betritt das Schlafzimmer und schwingt den Schal von ihrem Hals. Als sie ihn auf den Nachttisch legt, hört sie René hinter sich den Raum betreten. Wird er mich jetzt ergreifen und auf das Bett werfen oder weiter mit mir spielen? Als ein paar Sekunden nichts passiert, dreht sie sich langsam um. Genau in diesem Moment ertönt ein Knall.Sie zuckt zusammen. Ich Dummerchen. Das war doch nur der Sektkorken. Sie beobachtet, mit welcher Gelassenheit er ihr, den Rücken zugewandt, die Gläser füllt und öffnet die Verschlüsse ihres Kleides, bis sie nur noch mit zwei Fingern das Kleid an ihrem Körper hält. Mit einem Kribbeln im Unterleib wartet sie darauf, dass er sich umdreht. Er ergreift die Gläser – und dann geschieht es! Er dreht sich zu ihr um! Sie löst die Finger vom Kleid. Seine Augen verfolgen es, wie es zu Boden gleitet. Anschließend wandert sein Blick an ihrem Körper hinauf. Sie ist froh, heute ihre erotischsten Dessous angezogen zu haben. Sie verfehlen ihre Wirkung nicht. Diesen Blick aus Bewunderung, gepaart mit Erregung und Begehren, hat sie schon lange nicht mehr gespürt. Ein warmer Schauer fließt durch ihren Körper.

 

 René ergreift die Gläser und dreht sich um. Sein Blick fällt sofort auf das Kleid, das gerade verführerisch zu Boden fiel. Anschließend lässt er ihn genüsslich wieder nach oben wandern, um zu begutachten, was das Kleid freigegeben hat. Ihren schlanken Beinen folgt ein rosa Höschen, das so grobmaschig ist, dass man fast hindurchsehen kann. Obwohl ihr Körper schlank ist, wirkt sie nicht mager. Der BH, der ihre Brüste mehr stützt als sie zu verdecken, lässt sie wie zwei pralle Äpfel erscheinen, reif und rund. René muss tief durchatmen, damit seine Erregung, die er auch in der Hose spürt, nicht die Oberhand gewinnt. Schließlich geht er mit den Gläsern auf sie zu und reicht ihr eines. Mit sinnlichen Blicken stoßen sie an und nehmen einen ersten Schluck. René beugt sich zu ihr hinunter und haucht zarte Küsse auf ihren Hals. Er will sie nicht direkt mit zu großer Eindringlichkeit überfallen und damit verunsichern. Daraufhin wandert er mit seinem Mund langsam hinab zu ihren Brüsten.

 

 Sie ist von der Zartheit seines Handelns beeindruckt, denn sie hatte befürchtet, er würde vielleicht nur so rein und raus wollen wie ihr Mann. Erwartungsfroh stellt sie mit zittriger Hand ihr Glas auf den Nachttisch. Nervös und etwas ungelenk, auch mangels Übung, öffnet Jennifer Knopf für Knopf sein Hemd und streift es ihm vom Oberkörper Seine freie Hand streichelt über ihren Rücken und öffnet den trägerlosen BH, der unbeachtet zu Boden fällt und ihre prallen Brüste freilegt. Vor Erregung von tiefen Atemzügen begleitet, hat ihre Hand zu seinem Hosenbund gefunden und öffnet Gürtel und Hose. Seine Lippen auf ihrer Brustwarze bringen sie dabei immer wieder zum genüsslichen Aufstöhnen. Endlich hat sie es geschafft und seine Hosen gleiten zu Boden. Sie blickt auf die Ausbeulung in den Boxershorts. Seine Erregung zu sehen, lässt ihren Unterleib kribbeln. Bin ich doch noch kein Ladenhüter, den niemand mehr will? Sie nimmt einen Schluck Sekt und stellt das Glas zurück auf den Nachttisch. Danach lockert sie Renés Shorts, sodass auch diese zu Boden gleiten. Sie stellt fest, dass die Größe seiner nun sichtbaren Erregung sich nicht erheblich von der ihres Mannes unterscheidet. Sind die Geschichten von diesen riesigen Schwänzen nur Märchen?

 

 Mit fließenden Bewegungen befreit sich René von Schuhen, Hosen und Strümpfen. Sie nippt noch einmal am Sekt, stellt das Glas auf den Nachttisch und lockert dann seine Shorts, bis sie hinabgleiten. René befreit seine Füße davon, indem er einen Schritt zurücktritt, danach ebenfalls noch einen Schluck Sekt nimmt und das Glas auf der Kommode abstellt. Er tritt ganz nah an Jennifer heran und schiebt sie sanft zum Bett. Dort ergreift er mit beiden Händen ihre Taille und legt sie darauf ab. Zärtlich befreit er sie von ihren Schuhen. Anschließend betrachtet er seine nur noch mit einem Höschen bekleidete Beute. Auf das Bett steigend beugt er sich über sie. Dann ergreift er ihren Schal vom Nachttisch.




Zensiert FSK 18

 

 

 Jennifer versucht an den Straßenschildern zu ermitteln, wohin er fährt. Ihn zu fragen würde nichts bringen. Das hat sie inzwischen verstanden. Irgendwie macht ihn das noch viel geheimnisvoller. Doch alles, was er tut, scheint genau überlegt und von ihm kontrolliert zu sein, was ihr auch ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit gibt.  Schließlich biegt er von der Hauptstraße ab und parkt auf einem gut gefüllten Parkplatz. Eine sehr große Villa im viktorianischen Baustil steht in unmittelbarer Nähe. Jennifer an der Hand haltend geht René auf den Eingang zu. Als sie gemeinsam die Treppen hinaufgehen, sieht sie die Plakate. Es ist die Ausstellung eines Malers, dessen Name sie noch nie gehört hat. René bezahlt den Eintritt und sie betreten den ersten Ausstellungsraum. Jennifer wird sofort knallrot. Alle Bilder zeigen nackte Frauen und viele der Bilder streifen die Grenze zur Pornografie. Noch vor zwei Tagen wäre sie schreiend aus dem Raum gelaufen. Aber in seiner Begleitung hat sie sogar den Mut, sich jedes der Bilder mit ihm genau zu betrachten. Nachdem sie alle Bilder angeschaut haben, gehen sie in den nächsten Raum. Jennifers Atem stockt. Die Bilder zeigen nackte Frauen in erniedrigenden Positionen vor verschiedenen in Anzug oder Uniform gekleideten Männern. Will er mir damit zeigen, wie weit er mit mir gehen möchte?

 

 René benötigt seine komplette Beherrschung, um nicht laut loszulachen, als er Jennifers hochroten Kopf sieht. Es beeindruckt ihn, wie schnell sie sich fängt und sich mit ihm bereitwillig die Bilder anschaut, als wären dort Stillleben abgebildet. Bei dem Bild einer großbusigen rothaarigen Frau bleibt sie lange stehen. Schließlich leckt sie sich unbewusst über ihre Lippen, bevor sie weitergehen. Hat dich die Frau erregt? Warum? Stehst du auch auf Frauen, ohne es zu wissen? René ist sich sicher, dass Jennifer ihre lüsterne Geste nicht bemerkt hat. Sie betreten den nächsten Raum. Da er weiß, was dort auf den Bildern gezeigt wird, achtet er nur darauf wie sie reagiert. Er spürt bei ihr Angst, Erregung und Neugierde. Neugierde? Worauf? Eine dieser Frauen zu sein? Bin schon gespannt auf deine Reaktion im dritten Raum. Im zweiten Raum schauen sie sich ebenfalls jedes Bild genau an, bevor sie den nächsten Raum betreten. Viele Bilder dort zeigen nackte Frauen in Ketten, die auf Märkten und Auktionen angeboten werden. Weitere zeigen die Frauen an Prangern und anderen Geräten fixiert, wie sie nacheinander von mehreren Männern genommen werden. Als René Jennifer im Nacken küsst, kann er ihre Erregung schmecken. Wir zwei haben noch einen langen Weg vor uns, wenn ich dir alles zeigen soll, was dich erregt und neugierig macht. René wird klar, dass Jennifer sexuell ein Kleinkind ist. Wie dieses ist sie neugierig auf alles, was sie noch nicht kennt und sieht es als Abenteuer an.

 

 Zeigten die Bilder im zweiten Raum schon Szenen, die für Jennifer eine neue Welt waren, so sind die Bilder im dritten Raum nun ein neues Universum. Sie sieht ein Bild an, das eine junge attraktive Frau in Ketten auf einem Podest stehend darstellt, während ein Auktionator die Gebote aus der Menge vor diesem Podest entgegennimmt. Würden die auch auf mich bieten oder wäre ich ihnen zu alt und zu unattraktiv? Die nächsten Bilder zeigen ähnliche Szenen und bei jedem stellt sie sich vor, die Frau auf dem Bild zu sein. Schließlich gelangt sie zu einem anderen Motiv. Eine Frau ist an einen Pranger gefesselt. Ein Mann entfernt sich gerade von ihr und schließt dabei seine Hose, ein anderer Mann steht direkt hinter ihr, sein Geschlecht in der Hand, während zehn Männern darauf warten, dass sie an der Reihe sind. Würden sie auch bei mir Schlange stehen? Das nächste Bild zeigt eine ähnliche Szene, nur ist hier die Frau mit weit gespreizten Beinen auf einen Tisch gefesselt. Jennifer spürt das Kribbeln in ihrem Unterleib und wie ihr Höschen anfängt, im Schritt zu kleben. Zeigt er mir diese Bilder, damit ich weiß, was mich mit ihm erwartet?

 

 Nach dem dritten Raum kann man entweder in das angeschlossene Restaurant gehen oder in den zweiten Stock zu weiteren Ausstellungsräumen. René ist überzeugt, diese würden Jennifer noch überfordern und führt sie deshalb in das Restaurant. Erneut bestellt er für beide und sie haben das Essen schon halb verzehrt, als Jennifer ihr Schweigen bricht und ihn fragt: „Hast du das alles mit mir vor?“ Er verschluckt sich fast. Ich wusste doch, dass du nicht dumm bist. Er hatte eine solche Frage erwartet und antwortet deshalb: „Nur wenn du es möchtest. Willst du es denn?“ Sie überlegt einen Moment und antwortet: „Ich glaube, so weit bin ich noch nicht, obwohl mich einige Bilder erregt haben.“ Ja, vor allem das mit der Rothaarigen, du Luder. Dein Mann ist ein noch größerer Idiot, als ich zuerst dachte. Doch statt des Gedachten antwortet er: „Ich werde darauf achten, dir nichts zuzumuten, was dich überfordern könnte.“ Er erkennt ihre Erleichterung an dem Eifer, mit dem sie sich wieder ihrem Essenzuwendet.

 

 Während Jennifer zu Ende isst, denkt sie über das Gesagte nach.  Werde ich irgendwann bereit sein, diese Fantasien real erleben zu wollen? Werde ich sie so erregend finden, wie in der Fantasie oder werde ich es abstoßend finden? Ich muss ihm da wohl vertrauen, den richtigen Zeitpunkt zu finden.